160 Kilo auf einer Matratze – das war kein Schlaf, das war eine Nachtschicht in einer schlecht belüfteten Fabrik. Heute schläft die Maschine. Kein Reflux, kein Schnarchen, dafür Tiefschlaf und Morgende ohne Sand in den Gelenken. Der leiseste Gewinn von allen.
Kategorie: Schwergewicht
Meine 160-Kilo-Vergangenheit war eine Materialschlacht ohne Bilanz. Heute zerlege ich Proteinketten wie Ankerketten auf einem Schiffsfriedhof und verstehe die 30-Prozent-Bearbeitungsgebühr der Biologie. Warum Fett energetisch schummelt und meine ATP-Turbine niemals stillstehen darf. Eine trockene Bilanzierung meiner täglichen Energiewährung.
Sechzig Kilo sind weg, aber der Kopf hinkt hinterher. Ein Essay über das „Phantomschwergewicht“ im Spiegel, die Paranoia vor zerbrechenden Stühlen und den Beamten im Gehirn, der die neuen Körpermaße einfach noch nicht abgestempelt hat.
Zahlen schaffen Klarheit, auch beim Essen. Doch warum müssen Ernährungsdaten in der Cloud landen? Aus diesem Gedanken entstand „Kennwert“: Ein Kalorien-Tracker, der konsequent auf Privatsphäre setzt. Keine Registrierung, reine lokale Speicherung, kostenlos. Ein digitales Werkzeug für alle, die ihre Bilanz kennen, aber nicht teilen wollen.
Intervallfasten klingt immer nach Fitnessstudio für Fortgeschrittene – dabei will ich nur endlich wieder den Hosenknopf zu bekommen, ohne dass er zur Gefahr für Dritte wird.
Früher war ich einfach: voll oder leer. Heute gibt es Zwischentöne. Mein Körper hat wieder eine Stimme bekommen. Wir reden wieder miteinander – und das ist mehr, als ich erwartet hatte.
Kleidung ist mehr als Stoff – sie spiegelt unser Selbstbild wider. Nach meiner Abnahme von über 50 Kilo begann ich, meinen Stil neu zu entdecken. Vom Verstecken hinter Business-Hemden bis hin zu Jogginghosen im Meeting – ein persönlicher Weg zu mehr Selbstbewusstsein und Freiheit.
Ich lasse durch Intervallfasten tatsächlich eine Mahlzeit weg – meistens das Frühstück. Für mich fühlt sich das aber weniger nach Verzicht an, sondern eher wie eine Pause für den Körper.
Ich kann jetzt sogar wieder Socken im Stehen anziehen – ein kleiner Sieg des Gleichgewichts. Und bei jedem Lauf bestätige ich mir: Ich bin noch leistungsfähig
Früher habe ich jeden Morgen auf die Waage gestarrt, als würde sie einen Brief aus Hogwarts überbringen. Stillstand? Katastrophe. Minus 200 Gramm? Euphorie. Plus 100 Gramm? Weltuntergang.
Natürlich gibt es Menschen, die einfach loslaufen, ohne einen einzigen Wert zu messen. Ich bewundere das. Aber ehrlich? Mir machen Zahlen Spaß. Kilometer, Pace, Herzfrequenz, Höhenmeter – ich feiere sie alle.
Mein Magen und ich – Fernbeziehung. Ich esse, er schweigt. Oder brummt. Oder schickt Signale, so undeutlich wie WLAN im Keller. Schwierig zu merken, wann Schluss ist. Also schaue ich auf den Teller. Und da geht der Ärger los…